Montag, 29.09.2014
E-Mail vom Chef. Nein, nicht von meinem coolen Abteilungsleiter, der auf Festivals geht usw., sondern von dem oberen, alten Chef mit Schlips und Krawatte. Personalgespräch 16 Uhr. Oh weh, mitten unter dem Jahr? Und dann nur ich? Ich überlegte Stunden, was er wohl von mir wollte. Was habe ich getan, was hab ich angestellt? Um kurz nach 16 Uhr kam er ins Büro gestiefelt, mit einem bedrückten Gesicht und hängenden Schultern. Okay? Er bat mich ins Besprechungszimmer und sobald ich mich gesetzt hatte, schloss er die Tür legte er los.
E-Mail vom Chef. Nein, nicht von meinem coolen Abteilungsleiter, der auf Festivals geht usw., sondern von dem oberen, alten Chef mit Schlips und Krawatte. Personalgespräch 16 Uhr. Oh weh, mitten unter dem Jahr? Und dann nur ich? Ich überlegte Stunden, was er wohl von mir wollte. Was habe ich getan, was hab ich angestellt? Um kurz nach 16 Uhr kam er ins Büro gestiefelt, mit einem bedrückten Gesicht und hängenden Schultern. Okay? Er bat mich ins Besprechungszimmer und sobald ich mich gesetzt hatte, schloss er die Tür legte er los.
"Frau B., es tut mir wirklich Leid, Ihnen das sagen zu müssen..."
Ist jemand gestorben?
"...aber wir können ihren Vertrag leider nicht verlängern."
Ich erstarrte. Schlag in die Fresse. BÄM. Er redete weiter. Ich weiß nicht mehr genau, was er sagte. Ich war einfach viel zu geschockt.
"Es liegt nicht an Ihnen ... Sie haben sehr gute Arbeit geleistet ...
Nicht genug Umsatz ... Wirtschaftliche Gründe ...
Sie sind eben nun mal die Jüngste ... Es tut mir sehr Leid ...
Gutes Arbeitszeugnis ... Arbeitsamt ...
Neuen Beruf in Ihrer Nähe ... Es ist besser so ..."
Ich versuchte nicht traurig oder bedrückt zu wirken. Ich versuchte leicht zu lächeln und zu nicken. Also lächelte ich gezwungen. Irgendwann lächelte ich zu sehr, für jemanden, der gerade seinen Job verloren hat. Bzw. für jemanden, der nicht mal mehr ein halbes Jahr bis zum Vertragsende hat. Ich versuchte weniger zu lächeln, aber es ging nicht. Hätte ich das nicht getan, wäre ich vermutlich in Tränen ausgebrochen. Vier Jahre habe ich hier gearbeitet, meine Ausbildung gemacht und mich danach angestrengt, engagiert, um hier bleiben zu dürfen. Pro Mitarbeiter fordern sie eine Millionen Euro Umsatz. Wir sind zu viert und haben nur 3,x Millionen. Nicht gut. Nicht gut genug. Ich bin eben nicht gut genug. Ich hab es nicht geschafft. Ich habe versagt. Nach dem Gespräch gab er mir die Hand und dampfte ab. Meine Kollegen waren trauriger als ich. Ich habe in dem Moment einfach nichts gefühlt. Um 17:30 Uhr packte ich meine Sachen und fuhr auf direktem Weg zu Chris. Er stieg ins Auto und ich fiel ihm heulend um den Hals.
Ich versuchte nicht traurig oder bedrückt zu wirken. Ich versuchte leicht zu lächeln und zu nicken. Also lächelte ich gezwungen. Irgendwann lächelte ich zu sehr, für jemanden, der gerade seinen Job verloren hat. Bzw. für jemanden, der nicht mal mehr ein halbes Jahr bis zum Vertragsende hat. Ich versuchte weniger zu lächeln, aber es ging nicht. Hätte ich das nicht getan, wäre ich vermutlich in Tränen ausgebrochen. Vier Jahre habe ich hier gearbeitet, meine Ausbildung gemacht und mich danach angestrengt, engagiert, um hier bleiben zu dürfen. Pro Mitarbeiter fordern sie eine Millionen Euro Umsatz. Wir sind zu viert und haben nur 3,x Millionen. Nicht gut. Nicht gut genug. Ich bin eben nicht gut genug. Ich hab es nicht geschafft. Ich habe versagt. Nach dem Gespräch gab er mir die Hand und dampfte ab. Meine Kollegen waren trauriger als ich. Ich habe in dem Moment einfach nichts gefühlt. Um 17:30 Uhr packte ich meine Sachen und fuhr auf direktem Weg zu Chris. Er stieg ins Auto und ich fiel ihm heulend um den Hals.
Wir haben doch in der kompletten Firma so viele Mitarbeiter. Warum ich? Warum stellen Sie immer weiter neue Azubis ein, nur um mich dann rauszuwerfen, aus wirtschaftlichen Gründen. Soll das ein Scherz sein? Ich bin ein gottverdammter Versager. Ich muss doch noch mein Auto abzahlen. Ohne Job kann ich es mir jedenfalls nicht mehr leisten. Okay, manche Mitarbeiter haben eine Familie zu ernähren. Aber es gibt auch Kollegen, die weder Frau noch Kinder haben. Warum dann ich?






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