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Montag, 10. Februar 2014

Keine Lust auf nichts

05:30 Uhr
Wie jeden Tag klingelt der Wecker und ich wache total verschlafen auf. Neben mir liegt mein Freund und schläft. Ich will auch Winterpause haben, denke ich mir. Aber ich hab eben nun mal keinen Saisonberuf. Gerade als ich mich umdrehen wollte, um noch eine Runde zu schlafen, fällt es mir ein. Heute wolltest du dich wiegen. Ich stehe auf und laufe rüber ins Bad. Ich gehe aufs Klo und rücke die Waage vor meine Füße. Ich atme einmal durch. Meine Stimmung für heute ist nur einen Schritt entfernt. Ich stelle mich auf die Waage und solange sie misst, schließe ich die Augen und beginne damit, mir Ausreden einfallen zu lassen. Du bekommst diese Woche deine Tage. Du hast gestern Abend noch was gegessen und das ist noch in deinem Magen. Du hast gestern Krafttraining gemacht und und und. Ich öffne auf die Augen und blicke auf die viel zu hohe Zahl. So unscheinbar steht sie da – so unbedeutend. Und doch so wichtig. Puh, 300g abgenommen.

Ich putze mir die Zähne und wische die verlaufene Schminke weg. Hübsch siehst du aus. Haha. Dann gehe ich wieder in mein Zimmer, das weniger an ein Zimmer, sondern viel mehr an einen Wäschewühltisch in einem Kaufhaus erinnert, und suche meine blaue Hose. Ich ziehe sie an und schnalle meinen Gürtel so fest, wie es eben passt. Dann fällt es mir erst auf. Ein Loch enger. Aber es passt! Weil ich Angst habe, dass es doch zu eng wird, schnalle ich den Gürtel ins gewohnte Loch. Auf dem Weg zur Arbeit, beim Aussteigen aus dem Auto und beim Treppensteigen hängt meine Hose auf halb Acht. Schnell husche ich ins Klo und ziehe den Gürtel doch ein Loch enger. 

Wo bleibt die Freude? Ist sie da? Nein. Warum nicht?
Weil es nicht wenig genug ist. 

Am Samstag habe ich das erste mal um 16 Uhr etwas gegessen. Es gab (wie ihr in meinem Post vom Samstag seht) Fisch mit Gemüse. Ich hab nur die Hälfte von dem gegessen, was auf dem Teller ist. Ich hätte weinen können. Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Ich hab mich so voll gefühlt und mein Bauch hat sich so widerlich raus gedrückt. Abends gabs dann noch Obstsalat. Wieder das gleiche Gefühl. Das ist seit ein paar Tagen immer so, wenn ich etwas esse. Ich hasse mich regelrecht dafür.
Sportmäßig siehts ganz gut aus. Donnerstag 2 Stunden spazieren, Samstag 1 1/2 Stunden spazieren, Sonntag Fitnessstudio.

2 Kommentare:

  1. Ich freue mich mit dir, dass du abgenommen hast! :-*
    Aber das Gefühl beim essen, das du beschreibst klingt besorgniserregend... Auch wenn wir alle abnehmen wollen dürfen wir nicht vergessen, dass essen lebensnotwendig ist.
    Eine tolle Figur bringt nichts, wenn du kraftlos bist und das Leben nicht mehr genießen kannst.
    Pass gut auf dich auf <3

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  2. Ohoh, du solltest aufpassen, dass du da nicht wieder in was reinrutschst ..:S
    Und über Therapie.. ja nachgedacht hab ich, aber so krank bin ich ja dann auch nicht. Niemand würde mich aufnehmen.

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